Geschichte der Ortsgemeinschaft Oberagger

Am 1.Mai 1958 wurde das erste Maifest in Oberagger gefeiert. Der Gedanke, einen Verein zu gründen, wurde im Jahr 1959 umgesetzt.

Aufstellen des Maibaumes um 1957/58
Aufstellen des Maibaumes um 1957/58

Nachdem das Maifest 1959 gut verlaufen war, erfolgte am 30.Mai 1959 die Gründungsversammlung, an der 45 Ortsbewohner teilnahmen.

Maifeier 1959
Maifeier 1959

Es wurde der einstimmige Beschluß gefaßt, den Verein "ORTSGEMEINSCHAFT OBERAGGER" zu nennen.
Als Gründungstag wurde der 1.Mai 1959 festgelegt.
Die Eintragung ins Vereinsregister erfolgte am 18.September 1959 unter Nr. 192 beim Amtsgericht Waldbröl.

Zu den Gründungsmitgliedern zählten folgende 33 Personen, die als erste ihren Beitritt erklärten:

Manfred Gennies Kurt Bergatt Hans Heine
Heinz Trapp Walfried Busenbach Rudolf Kaiser
Dieter Marx Karl Busenbach Helmut v.d.Linde
Erich Pack Hans Kasper Artur Heikaus
Ernst Schneider Fritz Heinrichs Friedrich Meuer
Paul Pack Fritz Häusler Erwin Seidel
Eugen Dresbach Egon Gennies Karl Meuer
Erich Buchmann Kurt Stange Erna Heinz
H.F.Schmalenbach Albert Ströher Günter Beier
Horst Kaiser Gustel Platte Alois Gierschner
Ernst Feld Walter Hennings Anita Heine


Der erste Vorstand setzte sich wie folgt zusammen:

I. Vorsitzender: Karl Meuer
II. Vorsitzender: Hans Fridel Schmalenbach
Schriftführer: Hans Heine
Protokollführer: Erwin Seidel
I. Kassierer: Manfred Gennies
II. Kassierer: Fritz Meuer
Beisitzer: Paul Pack
Ernst Feld
Eugen Dresbach
Günter Beier

Der Beim Maifest erzielte Gewinn wurde sogleich für den Bau eines Kinderspielplatzes verdandt. Es handelte sich dabei um den ersten Spielplatz in der damaligen Gemeinde Denklingen. Der Spielplatz wurde in Eigenleistung von den Ortsbewohnern geschaffen und bestand aus einem Kinderkarusell,einer Wippe,einem Sandkasten und drei Bänken. Die Einweihung erfolgte im Rahmen einer Feierstunde am 7.Juni 1959. Zur Eröffnung sanag der Schulchor Mittelagger unter Leitung von Lehrer Gessner. Paul Pack eröffnete den Spielplatz.

Spielplatzeinweihung 1959
Spielplatzeinweihung 1959

Am 6.Dezember 1959 erfolgte erstmals eine Weihnachtsbescherung durch den Nikolaus und Hans Muff,die mit einem Ponywagen durch Oberagger fuhren und alle Kinder mit einer Tüte überraschten.
Dieser Brauch wurde bis heute beibehalten, allerdings erfolgt die Nikolausfeier seit 1973 im Dorfgemeinschaftshaus.

Zu Beginn des Jahres 1960 zählte die Ortsgemeinschaft bereits 103 Mitglieder bei 279 Ortseinwohner.

Im Jahr 1962 ist der Bau des Ehrenmals in Oberagger hervorzuheben.
Bis 1962 hielt man die Gedenkfeiern zum Volkstrauertag am Ehrenmal in Allenbach ab,welches im Jahre 1921 erbaut wurde. Dieses Ehrenmal war im Laufe der Jahre verfallen, und durch den zunehmenden Verkehr auf der B 256 wurden die Feierlichkeiten erheblich gestört.Diese Zustand war nicht mehr haltbar.
Die ORTSGEMEINSCHAFT OBERAGGER e.V. ,der Heimat-und Verschönerungs- verein Allenbach,der Verband der Heimkehrer,Sozialrentner und Hinterbliebenen, Otrsgruppe Agger,die Freiwillige Feuerwehr Mittelagger und der MGV Liederkranz Mittelagger regten den Bau eines neuen Ehrenmals in Oberagger,Höhenstraße bei der damaligen Gemeinde Denklingen an.Zur Finanzierung fand eine Sammlung im Schulbezirk Mittelagger statt. Die fehlenden Gelder übernahm die Gemeinde.
Das Gelände für die Gedenkstätte wurde von den Eigentümmern zur Verfügung gestellt.Die Grundsteinlegung erfolgte im August 1962.
Die feierliche Einweihung fand zum Volkstrauertag,dem 18.11.1962 statt.

Ehrenmal 1967, erbaut 1962
Ehrenmal 1967, erbaut 1962

Im Jahr 1963 wurde in Oberagger eine Wiese von der ORTSGEMEINSCHAFT angepachtet, um einen Sportplatz anzulegen.Heute steht dort das Dorfgemeinschaftshaus.
Im Rahmen der Dorfverschönerung wurden entlang der Hauptstraße Blumenbeete angelegt,Blumenkübel aufgestellt und Ruhebänke errichtet.

Im Herbst 1964 faßte der Vereinsvorstand den Beschluß, am Wettbewerb "UNSER DORF SOLL SCHÖNER WERDEN" teilzunehmen.
Dieser Beschluß wurde am 30.01.1965 von der Jahreshauptversammlung bestätigt. In Oberagger begann eine rege Tätigkeit.
So wurde u.a. folgendes geschaffen:

400 Planzen,Blumen u.Sträucher wurden angepflanzt.
8 weitere Bänke wurden aufgestellt.
160 Blumenkästen wurden gekauft und den Hauseigentümern
zur Verfügung gestellt.


Der Dorfbrunnen in Oberagger, auch Weinbrunnen genannt.
Der Dorfbrunnen in Oberagger, auch Weinbrunnen genannt.

Am 30.06.1965 erfolgte die Besichtigung im Kreiswettbewerb "UNSER DORF SOLL SCHÖNER WERDEN" durch die Prüfungskommission.
Oberagger erreichte auf Anhieb Platz 1.
Der Landeswettbewerb brachte den 10. Platz (Ehrenpreis) für Oberagger.

Im Jahr 1965 wurde mit dem Bau des Autowanderparkplatzes durch die Gemeinde Denklingen begonnen und pünktlich zum Maifest 1966 fertiggestellt.

Autowandererparkplatz Oberagger, 1966
Autowandererparkplatz Oberagger, 1966

Das Jahr 1967 war wieder Wettbewerbsjahr.Oberagger erreichte im Kreiswettbewerb die Preisgruppe I - 4. Platz und im Landeswettbewerb den 7.Platz.(Ehrenpreis) Anläßlich dieser Wettbewerbe wurde das Ortsbild weiter verschönert.Auf dem Auto- wanderparkplatz wurde eine alte Kutsche mit Blumenschmuck aufgestellt.
Der "Clou" des Wettbewerbes war das alte Backhaus "Backes". Es wurde restauriert, so daß wieder darin gebacken werden konnte.Zur Besichtigung durch die Kommission war es feierlich eingeweiht worden.Man bewirtete die Kommissionsmitglieder mit einer Bergischen Kaffeetafel.

Vorbereitungen zum Landeswetebewerb 1967
Vorbereitungen zum Landeswettbewerb 1967

1968 feierte man das 10. Maifest in Oberagger.
Auch die Ortsverschönerung wurde vorangetrieben.
Hier einige Punkte:

Abriß von alten Scheunen an der Spicherstraße.
Regulierung und Ausbau des Spicherbaches durch den Aggerverband.Ständige Überschwemmungen wurden damit beseitigt.
Der Einmündungsbereich B 256/Spicher Straße wurde erneuert.
Die Eisenstraße-Wirtschaftsweg von Oberagger nach Breidenbach-wurde von der Gemeinde Denklingen fertiggestellt.

1969 fand wieder der Wettbewerb "UNSER DORF SOLL SCHÖNER WERDEN" statt. Oberagger erreichte im Kreiswettbewerb die Preisgruppe I Platz 4 und im Landeswettbewerb eine Silberplakette.
Die Oberbergische Volkszeitung schrieb dazu: "Bekannt ist auch der Fleiß und die Mühe,mit der nun schon seit Jahren die Dorfgemeinschaft Oberagger jede Möglichkeit wahrnimmt, dem Dorf ein schönes Gesicht zu geben.Selbst wer nur über die Bundesstraße durch den Ort fährt und den reichen Blumenschmuck, die gepflegten Ruheplätze und die vorbildlich gestalteten Vorgärten entlang der Straße sieht, kann mit Bewunderung feststellen, welch aktive Kräfte hier am Werk sind, ein Beispiel eines mustergültigen Dorfbildes zu schaffen."

Der Wettbewerb 1971 brachte folgende Erfolge:

Kreiswettbewerb: Preisgruppe I-Platz 3
Landeswettbewerb: Silbermedaille

Am 19.02.1972 erteilte die Jahreshauptversammlung dem Vorstand den Auftrag zur Planung eines Dorfgemeinschaftshauses.
Am 14.04.1973 beschloß die Mitgliederversammlung einstimmig den Neubau. Das Maifest fiel aus. Am 02.05.1973 wurden die Winkel geschlagen und am 11.08.1973 erfolgte die Einweihungsfeier.

Bau des Dorfgemeinschaftshauses 1973
Bau des Dorfgemeinschaftshauses 1973

1973 war auch Wettbewerbsjahr.
Oberagger erreichte im Kreiswettbewerb die Preisgruppe I - 3. Platz und im Landeswettbewerb eine Silberplakette sowie einen Sonderpreis für besondere Gemeinschaftsleistungen - Bau eines Dorfgemeinschaftshauses.

Das Jahr der größten Erfolge war 1975.
Im Wettbewerb " UNSER DORF SOLL SCHÖNER WERDEN" wurden folgende Preise erzielt:

Kreiswettbewerb: Preisgruppe I - 4. Platz
Landeswettbewerb: Goldmedaille
Bundeswettbewerb: Silberplakette

Zum Landes- u. Bundeswettbewerb wurden folgende Einrichtungen geschaffen :

Ein Grillplatz wurde am Dorfhaus errichtet.

Oberbergische Volkszeitung 30.07.1975
Oberbergische Volkszeitung 30.07.1975

Der alte Stolleneingang des ehemaligen Eisensteinbergwerkes St. Wilhelmina wurde neu gestaltet. Zur ehemaligen Grube sei folgendes erwähnt.
Oswald Gerhard ("Eckenhagen und Denklingen im Wandel der Zeiten") schreibt dazu:
"Die St. Anna Wilhelmina Grube liegt am Nordhang des Acherberges. Hier wurden Ende des 18. Jahrhunderts bedeutende und reichhaltige Erze gewonnen.
Besitzer des Bergwerkes war zu dieser Zeit Franz Wilhelm Hasenclever,der es in seinem Testament zu 30.000 Talern veranschlagt haben soll.Diese günstigen Nachrichten veranlaßten den Peter Wilhelm Huland zu Derschlag, die Grube wieder aufzunehmen. Zum Angriff wählte er den mittleren alten Stollen. Der Betrieb ist in den 60er Jahren des 19. Jahrhunderts wieder in Gang gekommen. Man beschäftigte sich aber vornehmlich mit der Aufbereitung der auf Halde lagernden Bleierzvorräte.
Die in den achtziger Jahren des 18. Jahrhunderts bis zu den zwanziger Jahren des 19. Jahrhunderts auf der Grube St. Wilhelmina gewonnenen Blei- u. Kupfererze wurden auf einer etwas unterhalb im Tale gelegenen Hütte verschmolzen." Der Stollen ist etwa 150 lang.

Zum Bundeswettbewerb wurde mit Hilfe der Gemeinde Reichshof eine neue Attraktion auf dem Dorfplatz vor dem Gemeinschaftshaus geschaffen.
Die Mühlsteine der alten Pulvermühle wurden an der heutigen Wiesenstraße ausgegraben und am Dorfplatz aufgestellt.
Bei diesem historischen Denkmal handelt es sich um 4 Mühlsteine ca. 80 Zentner schwer und die dazugehörenden Bodenplatten von je 200 Zentnern Gewicht.
Das Gewicht der Mühlsteine hatte den Fuhrleuten seinerzeit schon erhebliche Schwierigkeiten bereitet. Die Spezialsteine wurden damals,Ende des 17. Jahrhunderts, mit Pferdefuhrwerken eigens aus Belgien geholt.Aus Erzählungen wußte man zu berichten, daß der Rhein beim Transport fast als unüberwindliches Hindernis schien. An der schwimmenden Schiffsbrücke weigerte man sich den Weg freizugeben, weil man fürchtete das Gewicht würde die Brücke zerstören. Die Brücke hielt stand und die Steine kamen in Oberagger an.
Die Pulvermühle gehörte größtenteils einem belgischen Hauptaktionär und war eine der bekanntesten Pulvermühlen in Westdeutschland. 20-25 Arbeiter waren in ihr beschäftigt. Das relativ primitiv hergestellte Schwarzpulver wurde angeblich bis nach Italien verkauft.
Allerdings geschah eines Tages ein großes Unglück.
Am Nachmittag des 9.März explodierte die Pulvermühle zu Oberagger, wobei zwei Arbeiter getötet wurden. Der starke Luftdruck richtete großen Schaden an.
Selbst die Fenster des Schulhauses Mittelagger wurden zertrümmert.
Die Genehmigung zum Wiederaufbau wurde nicht mehr erteilt.

Die Preisverleihung im Bundeswettbewerb erfolgte anläßlich der Grünen Woche in Berlin am 30.1. 1976

In den Jahren 1977,1979 und 1981 nahm die Ortsgemeinschaft Oberagger außer Konkurrenz an den Wettbewerben "UNSER DORF SOLL SCHÖNER WERDEN" teil und konnte hier noch einige Sonderpreise erringen.