Die Pulvermühle in Oberagger , die Ende des 17. Jahrhunderts gebaut wurde , zählte zu den
bekanntesten im westlichen Teil Deutschlands.
Ca. 25 Arbeiter waren in der Mühle beschäftigt.
Hergestellt wurde Schwarzpulver , ein Gemisch aus 75% Salpeter , 15% Holzkohle ( die aus
dem heimischen Faulbaum gewonnen wurde ) und 10% Schwefel.
Die Mühlsteine stammen aus Belgien und wurden mit Pferdefuhrwerken nach Oberagger
geschafft. Das Gewicht der 4 Mühlsteine beträgt ca. 80 Zentner, die Bodenplatten wiegen
Ca. 200 Zentner.
Wegen der Gefahr der Entzündung des Pulvers war aus dem Betrieb alles Eisen verbannt.
Zahnräder und Übertragungen waren aus Holz. Anstelle der Eisennägel befanden sich
Holzstifte.Die Arbeiter durften nur holzgenagelte Schuhe tragen. Selbst Taschenmesser
wurden nicht in den Taschen geduldet.
Trotzdem geschah am Nachmittag des 9. März 1880 das große Unglück als die Pulvermühle
explodierte und 2 Arbeiter getötet wurden.
Die Explosion war weit im Oberbergischen zu hören und richtete in der näheren Umgebung
große Schäden an. Eine Genehmigung zum Wiederaufbau wurden wegen der Nähe zum
Ort nicht mehr erteilt.
Der Standort der Pulvermühle befand sich an der heutigen Wiesenstrasse. Teile des Ober-
grabens sind noch am Bachlauf der Steinagger am Autowanderparkplatz zu erkennen.
Die Mühlsteine wurden im Laufe der Jahre untergegraben und gerieten fast in Vergessen-
heit. Im Jahre 1975 erinnerte man sich wieder an die Mühlsteine und man begann sie aus-
Zugraben.
Im August 1975 wurden die Mühlsteine an den heutigen Standort am Dorfgemeinschaft- haus transportiert und wieder aufgestellt.